
Gewinde in der Sanitärtechnik und Co.
Gewinde funktionieren immer gleich? Das war vielleicht in der Frühzeit der Gewindetechnik einmal so. Heutzutage hat nahezu jeder Anwendungsbereich, in dem Gewinde eine tragende Rolle spielen, seine eigenen Normen und Vorgaben. So ist es möglich, jede Gewindeverbindung perfekt auf den spezifischen Einsatzzweck zuzuschneiden.
Diese große Vielfalt im Bereich der Gewinde hat eine Menge Vorteile und ist in unserer modernen Welt mit ihren Innovationen und rasend schnellen Entwicklungen auch gar nicht mehr wegzudenken. Andererseits bedeutet das natürlich auch, dass Sie als Heimwerker oder Handwerker einiges an Fachwissen mitbringen müssen, um sicherzustellen, dass Sie das richtige Gewinde für Ihr Projekt finden.
Aber dafür sind wir ja da. Heute geht es um Gewinde in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik – also um all die Gewinde für Fittings und Armaturen, Heizungsrohre und Gartenschläuche. Die sorgen dafür, dass Sanitärinstallationen auch unter Druck stabil bleiben, ohne zu tropfen, und dabei trotzdem flexibel und leicht modifizierbar sind. Was ist besonders, was gibt es zu beachten und welche Gewindearten sollten Sie wählen? Das und mehr beantworten wir in diesem Blogbeitrag.
Welche Besonderheiten weisen Gewinde in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf?
Warum benötigt man überhaupt für ein Rohr oder ein Heizkörperventil andere Gewinde als beispielsweise für eine Befestigungsschraube? Das hängt mit der Arbeitsumgebung zusammen. Im SHK-Bereich tauchen Gewinde überall dort auf, wo Flüssigkeiten oder Gase transportiert werden müssen. Schon allein aus Sicherheitsgründen spielt die Frage der Dichtheit also eine entscheidende Rolle. Zudem werden in dieser Branche bestimmte Materialien wie etwa Messing bevorzugt, was bei der Gewindeherstellung natürlich ebenso berücksichtigt werden muss. Entsprechend haben sich international unterschiedliche Rohrgewindearten entwickelt, die diesen Herausforderungen problemlos gewachsen sind.

Diese Rolle spielen Dichtmittel
Rohre und Leitungen müssen dicht sein, um Schäden oder Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Gewinde hier die größte Schwachstelle darstellt, weil an dieser Stelle das Material zwangsläufig unterbrochen wird. Darum müssen am und im Gewinde besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die Dichtheit wieder herzustellen.
Um ein Gewinde abzudichten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Rohrgewindearten sind nicht zylindrisch, sondern konisch geformt. Auf diese Weise können sich zwei Rohrenden ineinander verkeilen und eine metallisch dichtende Gewindeverbindung erzeugen.

Je nach Anwendung kann zusätzlich oder alternativ dazu aber auch Dichtmittel eingesetzt werden. Das ist in den unterschiedlichsten Formen erhältlich, als Paste, Faden oder Band. Altbewährt ist auch die Verwendung von Hanf als Dichtmittel. Das gewählte Produkt kann dann entweder direkt im Gewinde angebracht werden oder es verschließt die Verbindung von außen. Der Mehraufwand lohnt sich, denn durch ein passendes Dichtmittel können Sie effektiv Wasserschäden vorbeugen und sorgen dafür, dass alle Ihre Rohrverbindungen wie gewünscht funktionieren.

Welche Materialien für Gewinde an Rohr und Fitting?
Im Bereich SHK gelten hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien. Diese müssen sich gut bearbeiten lassen, aber gleichzeitig auch korrosionsbeständig sein und hohe Temperaturen aushalten. Wenn Sie ein Gewinde erzeugen oder reparieren wollen, müssen Sie zunächst herausfinden, aus welchem Werkstoff ihr Rohr oder Fitting besteht.
Häufige Anwendung finden rostfreier Stahl und Messing – zwei Metalle mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, für die Sie jeweils einen geeigneten Gewindeschneider benötigen. Normalerweise können Sie Messing bereits an der Farbe gut identifizieren, die je nach Zinkanteil von bräunlich bis hellgelb reicht.

Gerade Armaturen sind jedoch häufig verchromt, was dazu führt, dass sie optisch schwerer von Edelstahl zu unterscheiden sind. Sollten Sie unsicher sein, dann können Sie an einer verdeckten Stelle das Material leicht anfeilen. In jedem Fall müssen Sie einen Gewindebohrer oder ein Schneideisen verwenden, das auch für Messing geeignet ist.
Die Problematik mit der Zollangabe
Wenn Sie mit einem Rohr arbeiten, müssen Sie beim Außendurchmesser besonders auf die korrekten Maße achten. Der wird in der Gewindekennung in Zoll angegeben, dabei handelt es sich jedoch um ein Scheinmaß. Historisch ist das dadurch zu erklären, dass sich die Angabe in Zoll ursprünglich auf den Innendurchmesser bezog, weil dieser bei einem Rohr von größerer Bedeutung war. Durch Fortschritte in der Materialtechnik sind Rohrwände immer dünner geworden, wodurch sich auch das Verhältnis von Innendurchmesser zu Außendurchmesser verändert hat.
Die Bezeichnung ist jedoch gleich geblieben, sodass heutzutage weder das Außengewinde noch das Innengewinde in seinem tatsächlichen Durchmesser der Gewindebezeichnung entspricht. Sie können sich die Zollangabe bei Rohrgewinden also im Grunde als reine Bezeichnung vorstellen, die mit den tatsächlichen Maßen des Rohres nichts zu tun hat. Diese entnehmen Sie dann am besten der zugehörigen Gewindetabelle.

R 1/2, R 1/4 oder doch G-Gewinde: Diese verschiedenen Rohrgewinde gibt es
Und welche Gewindetabelle ist das? Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Rohrgewindearten. Bei uns am gebräuchlichsten ist das G-Gewinde, das landläufig auch als Whitworth-Gewinde bezeichnet wird. Dabei handelt es sich eigentlich um eine britische Gewindenorm, die sich aber auch hierzulande durchsetzen konnte. Neben verschiedenen Ausprägungen des Whitworth-Gewindes gibt es auch noch eine ganze Reihe amerikanischer Rohrgewindearten mit teilweise sehr speziellen Anwendungsgebieten. Eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Arten von Rohrgewinden finden Sie auch in unserem Blog.
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