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Gewindesteigung-Tabelle – Wo finde ich Angaben zur Gewindesteigung?

Gewindesteigung-Tabelle – Wo finde ich Angaben zur Gewindesteigung?

Geschätze Lesezeit: 4 Minuten
BAER Tools
23.06.2026

Wissen Sie, was genau die Steigung bei einem Gewinde ist? Gehört haben Sie das Wort sicherlich bereits und vielleicht auch schon beim Kauf von Schrauben und Werkzeugen darauf geachtet. Dennoch bleibt die Gewindesteigung einer dieser Werte, die man gerne mal übersieht oder nicht beachtet, bis dann Probleme auftauchen und man gezwungen wird, einmal genauer hinzusehen.

Und wenn eine solche Situation auftritt, ist guter Rat teuer. Denn wo genau finden Sie die Gewindesteigung? Benötigen Sie eine Tabelle oder können Sie die Steigung auch auf anderen Wegen herausfinden und was fangen Sie mit dem ermittelten Ergebnis dann an? BAER ist wie immer zur Stelle, um diese und viele weitere Fragen für Sie zu beantworten!

Wann müssen Sie die Steigung kennen?

Ist es denn überhaupt so wichtig, genau zu wissen, welche Steigung ein Gewinde hat? Wie so oft hängt die Antwort vom Einzelfall ab. Sie sollte zumindest wissen, welchen Effekt die Steigung auf die Schraubverbindung hat, um zu entscheiden, in welche Kategorie Ihr Einzelfall fällt.

Grundsätzlich wird bei fast jeder Gewindeart unterschieden in Grobgewinde (bzw. Normalgewinde oder Regelgewinde) mit größerer und Feingewinde mit kleinerer Steigung. Die Steigung drückt aus, welchen Weg in axialer Richtung eine Schraube pro vollständiger Umdrehung zurücklegt. Anders gesagt: Schrauben mit Grobgewinde lassen sich mit weniger Umdrehungen eindrehen ein solche mit Feingewinde. Je nach Anwendung kann das erwünscht oder eben gerade nicht erwünscht sein.

Diagramm zur Gewindesteigung (Pitch P): Eine Umdrehung 360° zeigt den axialen Vorschub des Gewindes

Wollen Sie beispielsweise feine Einstellungen mithilfe eines Gewindes vornehmen, etwa bei einer Justierschraube, dann ist es von Vorteil, wenn ein Feingewinde zum Einsatz kommt. Ein Feingewinde hat auch eine höhere Selbsthemmung, das bedeutet, eine solche Schraube löst sich weniger leicht von selbst. Das Feingewinde wird also gewählt, wenn die Verbindung sehr fest sein muss und eine präzise Justierung benötigt wird. Das Regelgewinde dagegen ist robust, schnell zu montieren und weniger anfällig für Verschmutzungen.

Vergleich Regelgewinde und Feingewinde: Gewindesteigung P1 (grob) und P2 (fein) mit Vorschub L pro Umdrehung

Es gibt eine Vielzahl von Gewindetypen, die jeweils für spezielle Anwendungen und Anforderungen entwickelt wurden. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, welchen Effekt die Steigung auf die Funktion eines Gewindes hat, dann empfehlen wir Ihnen einen Blick in diesen Blogbeitrag!

Bei zölligen Gewinden funktioniert die Steigung anders!

Gerade wenn es darum geht, die Steigung eines Gewindes herauszufinden, müssen wir unbedingt erwähnen, dass diese Angabe bei zölligen Gewinden nicht der von metrischen Gewinden entspricht. Bei metrischen Gewinden wird die Steigung als Abstand zwischen den Gewindespitzen in mm angegeben. Zöllige Gewinde hingegen verwenden die Angabe Threads per Inch (TPI), was sich mit „Gänge pro Zoll" übersetzen lässt. Dabei handelt es sich um eine ganze Zahl, die die Anzahl der Gewindegänge auf der Länge von einem Zoll angibt. Die Umrechnung in das metrische Format ist einfach. Da ein Zoll 2,54 cm entspricht, müssen Sie diesen Wert einfach durch die TPI Zahl teilen, um zur Angabe in mm zu gelangen. Wichtig: Man sollte metrische Schrauben nicht mit Zollschrauben verwechseln, da dies das Gewinde zerstören kann.

Illustration Gewindesteigung: Links Steigung P in Millimeter (metrisch), rechts TPI (Gewindegänge pro Zoll)

Die Gewindetabelle liefert die nötigen Informationen

Am leichtesten finden Sie die Steigung heraus, indem Sie in einer Gewindetabelle nachsehen. Diese finden Sie für alle Gewindenormen ganz einfach und kostenlos zugänglich im Internet – zum Beispiel auch bei uns! Aus solchen Tabellen können Sie den benötigten Wert dann ablesen.

So lesen Sie die Gewindetabelle richtig

Je nachdem, wo Sie nachsehen und um welche Gewindeart es sich handelt, können Gewindetabellen unterschiedlich aussehen. Wenn Sie die Systematik aber einmal verstanden haben, können Sie jede Tabelle problemlos lesen. Übrigens: In der Gewindetabelle wird nicht zwischen Innengewinde und Außengewinde unterschieden. Für Verbindungen zwischen zwei Bauteilen müssen Sie Gewinde derselben Größe miteinander kombinieren.

Zwei Werte sind auf jeden Fall immer enthalten: Außendurchmesser (der bestimmt die Größe des Gewindes) und Steigung. Der Durchmesser wird manchmal nicht gesondert aufgeführt, sondern ist in der Bezeichnung enthalten – bei einem M 20 Gewinde sind es beispielsweise 20 mm. Wenn eine Schraube nur mit 'M8' beschriftet ist, ist immer das Regelgewinde gemeint, bei Feingewinden wird manchmal auch die Steigung in der Bezeichnung mit angegeben.

Gewindesteigung Tabelle: Metrisches Gewinde M1–M12 mit Nenndurchmesser, Kernlochdurchmesser und Steigung in mm

Ausführliche Tabellen geben zudem noch Auskunft über den Durchmesser des Kernlochs oder eventuell noch viele weitere Werte wie den Flankenwinkel und -durchmesser oder sogar die Schlüsselweite. Auch der Kerndurchmesser eines Gewindes ist entscheidend für die Festigkeit der Verbindung und wird in manchen Gewindetabellen angegeben. Lassen Sie sich davon nicht verwirren und konzentrieren Sie sich auf die Spalte für die Steigung.

Sonderfall Zollgewinde: Darauf müssen Sie achten

Wie wir oben bereits gesehen haben, wird die Steigung bei Zollgewinden in TPI oder Gängen pro Zoll angegeben und entsprechend ist das dann auch die Angabe, die Sie in einer Gewindetabelle für ein zölliges Gewinde finden. Manchmal wurde die Umrechnung bereits für Sie erledigt, dann finden Sie eine besondere Spalte mit der Steigung in mm. Dabei handelt es sich oft um sehr krumme Zahlen durch die Umwandlung von Zoll in eine metrische Einheit.

Gewindesteigung-Tabelle für Zollgewinde (UNC): Gänge je Zoll (TPI) und Steigung in mm für 1/4" bis 1" Gewinde

Beispiel: Metrisches ISO Gewinde M 1 in der Tabelle nach DIN 13-1

Sehen wir uns einmal ein praktisches Beispiel an. Metrische ISO-Gewinde sind die am häufigsten anzutreffende Gewindeart und werden oft als Normgewinde bezeichnet. In der Tabelle für das metrische Regelgewinde ist der erste Eintrag das Gewinde mit der Bezeichnung M 1. M ist das Kürzel für die Norm, 1 gibt den Nenndurchmesser an, also den Außendurchmesser in der Einheit mm. In der Spalte „Steigung" finden wir den Wert 0,25. Die Steigung und damit der Abstand zwischen den Gewindespitzen beträgt bei diesem Gewinde also 0,25 mm.

Gewindesteigung Tabelle: M1,0 Gewinde mit Außendurchmesser 1mm, Kernloch 0,78mm und Steigung 0,25mm

Gewindesteigung ohne Tabelle bestimmen – Geht das?

Wenn Sie im umgekehrten Fall eine Schraube haben, von der Sie gerne die Steigung wüssten, können Sie die Gewindemaße auch ohne Tabelle herausfinden. Da es sich bei der Steigung um eine Längenangabe handelt, können Sie diese theoretisch einfach abmessen. Bei kleinen Gewinden wird es natürlich irgendwann schwierig, da hilft dann auch ein sehr genauer Messschieber und ein gutes Auge nur bedingt weiter. Einfacher ist die Verwendung sogenannter Gewindeschablonen. Die können Sie im Set mit vielen verschiedenen Größen kaufen, von denen Sie dann eine nach der anderen an das Gewinde anlegen, bis eine genau passt.

Gewindesteigung messen mit Gewindelehre: Schraube wird mit Steigungslehre auf Gewindesteigung geprüft

Gewindewerkzeuge für alle gängigen Normen, Größen und Steigungen sowie viele weitere Artikel rund ums Thema Gewindebearbeitung für Heimwerker und Profis finden Sie in unserem BAER Online-Shop. Schauen Sie doch mal vorbei! Sie haben Fragen? Wir helfen gerne. Kontaktieren Sie uns ganz einfach über unser Kontaktformular.

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