Welcher Bohrer für welches Material? Eine Übersicht
Egal ob Heimwerker, Profi oder irgendetwas dazwischen – ein neues Projekt beginnt idealerweise mit einer Planungsphase. In dieser überprüfen Sie zum Beispiel, ob Sie das Material vorrätig haben oder Nachschub ordern müssen, sehen sich Tutorials auf YouTube für obskure Verfahren an, an die Sie sich diesmal heranwagen möchten, erwerben vielleicht das ein oder andere dringend benötigte neue Zubehörteil für die Bohrmaschine und stellen fest, ob Sie überhaupt im Besitz der richtigen Bohrertypen sind, die Sie für den eingeplanten Werkstoff benötigen.
Wir können Ihnen nicht bei allen diesen Schritten unter die Arme greifen (die Tutorialvideos müssen Sie sich selbst ansehen) aber zumindest bei der Auswahl der Bohrer stehen wir Ihnen gerne hilfreich zur Seite. Die ist nämlich ebenso komplex wie wichtig für das gute Gelingen Ihres Projekts – aber keine Sorge, mit unserer Übersicht schaffen Sie das mit links. Und wenn Ihnen danach Lücken in Ihrem Bestand auffallen, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unsere Abteilung für Spiralbohrer im BAER Online-Shop!
Bohrerarten werden nach bearbeitbaren Werkstoffen unterschieden
Es gibt viele Merkmale, anhand derer man Bohrer auseinanderhalten kann – von der Schaftform bis zum Drall der Nuten – aber die Unterteilung, die Sie in den meisten Fällen finden werden, richtet sich auf oberster Ebene nach dem Material, in dem Sie das Werkzeug einsetzen können. Zwar existieren auch Universalbohrer, die ein breites Spektrum an Werkstoffen abdecken, aber die meisten Werkzeuge sind doch spezialisiert, um beim Bohren möglichst präzise zu sein. Die Wahl des richtigen Bohrers ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Bohrarbeiten.
So finden Sie den richtigen Bohrer für Ihren Einsatzzweck
Werfen wir also einmal einen Blick auf die häufigsten Materialien, die Ihnen im Handwerkeralltag so unterkommen und sehen uns an, welcher Bohrer jeweils zur Anwendung kommt.
Bohren in Holz
Als Naturmaterial ist Holz manchmal schwer berechenbar und kann je nach Sorte auch mal eine große Härte aufweisen. Holzbohrer sind dafür gemacht, Löcher in Holzwerkstoffe zu bohren. Besonders klar erkennen Sie den Holzbohrer an der Zentrierspitze, die eine genaue Ausrichtung ermöglicht und ein Vorkörnen überflüssig macht.
Da Holz ein vergleichsweise weiches Material ist, können Sie hier durchaus auch mit anderen Spiralbohrern Erfolg haben und im Ausnahmefall auch mal mit dem Metallbohrer ein Bohrloch erzeugen. Vor allem, wenn Sie häufig mit Holz arbeiten, sollte das aber nicht die Regel sein, denn die Schneiden von Holzbohrern sind an der Außenkante länger, um beim Bohren zuerst den Rand des Bohrlochs zu schneiden und eine saubere Bohrung zu gewährleisten.
Für Holz gibt es außerdem noch Spezialisten: Schlangenbohrer sind optimal für sehr tiefe Löcher, Forstnerbohrer sind geeignet für saubere, große Sacklöcher. Gerade im Möbelbau kann es sich lohnen, die gesamte Produktpalette der Holzbohrer nach hilfreichen Werkzeugen zu durchforsten.
Bohren in Stein, Beton und Mauerwerk
Betonbohrer oder Steinbohrer sind für das Bohren in harten Materialien wie Beton und Stein geeignet, das zerschlagen statt zerspant werden muss. Zu diesem Zweck haben Steinbohrer eine aufgelötete Hartmetallplatte an ihrer kegelförmigen Spitze. In solchen Fällen kommen Sie mit dem Akku-Bohrer auch nicht weit, da muss schweres Gerät wie eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer her.
Wenn ein Loch in sehr hartes Material muss, dann kommen Sie um diese speziellen Bohrer für Stein und Beton nicht herum, versuchen Sie es also gar nicht erst, denn das beschädigt nur Ihr Werkzeug. Bei Stein und Beton wird Druck (Schlag) benötigt, während bei Holz und Metall nur der passende Druck für eine stetige Spanabfuhr wichtig ist – diese Bohrertypen sind also keinesfalls austauschbar.
Bohren in Metalle
Metallbohrer sind speziell für das Bohren in zerspanbaren Materialien wie Metallen ausgelegt. Allerdings ist Metall auch eine Kategorie, die so unterschiedliche Werkstoffe wie Eisen, Stahl, Kupfer, Messing und Aluminium umfasst. Entsprechend breit ist das Angebot an Metallbohrern.
Was sie alle eint, ist die Tatsache, dass sie weder über ein Metallplättchen noch eine Zentrierspitze verfügen, daran können Sie den Metallbohrer also klar erkennen. Das bedeutet auch, dass Sie das Metall vor dem Bohren ankörnen müssen, um ohne Probleme eine präzise und gerade Bohrung zu erzeugen. Das Ankörnen auf Metallen verhindert ein Abrutschen des Bohrers. (Falls Sie diesen Arbeitsschritt überspringen möchten, werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere TurboCentrix Spiralbohrer mit innovativer Stufenspitze, aber das nur am Rande …)
Je nach Anwendungszweck können Sie bei den Metallbohrern zu Universalwerkzeugen greifen, die für die meisten gängigen Metalle geeignet sind, oder – vor allem in Härtefällen wie etwa Edelstahl – zu Spezialbohrern, die besonders auf eine Metallsorte ausgelegt sind. In allen Fällen gilt: Beim Bohren in Metall ist Kühlung essenziell, um die Lebensdauer des Bohrers zu verlängern.
HSS-Bohrer: Diese Unterschiede gibt es bei den Grundwerkstoffen für Werkzeuge
Der HSS-Bohrer (High Speed Steel bzw. Schnellarbeitsstahl) ist der Standard für Metallbearbeitung. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Legierungen, Oberflächenbehandlungen oder Herstellungsverfahren angewandt, um den optimalen Bohrer zu erzeugen. Dabei gilt es, die jeweiligen Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, um die perfekte Lösung für jede Anwendung zu finden.
Beispielsweise bietet HSS-G (geschliffen) eine höhere Präzision und Standzeit als HSS-R (gerollt). HSS-E bzw. HSS-Co mit Kobalt-Legierung eignet sich ideal für Edelstahl und zähe, harte Metalle. Eine TiN/TiAlN-Beschichtung bietet Verschleißschutz und längere Haltbarkeit für Bohrer. Auf diese Weise lassen sich durch die kompetente Kombination unterschiedlicher Faktoren Werkzeuge für eine Vielzahl von Einsatzfällen herstellen.
Spiralbohrer für alle Bohrarbeiten finden Sie im BAER Online-Shop!
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